Einleitung
Die schnelle Entwicklung und Verbreitung der neuen Informations- und Kommunikationstechnologien (ICT) stellen moderne Gesellschaften vor neue Herausforderungen im Arbeits- und Privatbereich. Das Gymnasium hat den Auftrag, Schülerinnen und Schüler für anspruchsvolle Aufgaben im Alltag vorzubereiten. Somit ist unbestritten, dass es eine besondere Verantwortung trägt, entsprechendes Basiswissen im Bereich der ICT zu vermitteln und damit zu einer soliden Grundbildung beizutragen.
Insgesamt zeigt ein Blick auf die schulische Realität in der Schweiz noch erhebliche Defizite bezüglich der Förderung von Computer literacy auf. Trotz vermehrter Anstrengungen in den letzten Jahren (z.B. der Initiative Public Private Partnership - Schulen im Netz) fallen Anspruch und Wirklichkeit auseinander.
Zwar sind Computer in der Schule in hohem Mass verfügbar, sie werden jedoch im Unterricht, wie aus der neusten Studie von Petko 2009 abgeleitet werden kann, eher selten genutzt. Mangelnde Kenntnisse der Lehrpersonen sind das meistgenannte Hindernis für den Einsatz des Computers im Unterricht. Um die Probleme umfassend anzugehen, empfiehlt die Arbeitsgruppe ictgymnet die Entwicklung eines schulinternen ICT-Konzeptes. Dadurch findet eine bewusste Auseinandersetzung aller Beteiligten mit dem Thema statt. Die Investitionen in Computer, Netze und Software werden nachhaltig wirksam, wenn Lernumgebungen und Unterrichtsorganisation aktiv gestaltet werden. Ein ICT-Schulkonzept bringt Orientierung und Systematik in den Medienalltag einer Schule und koordiniert verschiedene Aktivitäten.
Neben der Beschreibung der Ist-Situation soll ein ICT- und Medienkonzept Aufschluss über den Weg, den eine Schule in den nächsten Jahren gehen möchte, geben. Dabei werden sowohl technische wie auch pädagogische Ziele formuliert. Ein ICT- und Medienkonzept gibt pädagogische Argumente für den Einsatz von ICT und Medien und bietet hilfreiche schulinterne oder externe Angebote (Good Practice Beispiele). Es beschreibt den Weg der Medienkompetenzvermittlung sowohl für Lernende wie auch für Lehrende und vieles mehr.
Die Arbeitsgruppe ictgymnet hat Ideen und exemplarische Hilfestellungen in Bausteine verpackt. Jeder Baustein enthält konkrete Arbeitshilfen (Vorlagen, Erfahrungsbericht...) und, sofern möglich, Leitfragen mit entsprechenden Erläuterungen und Tipps. Bauen Sie damit ein schulinternes, auf Ihre Schule zugeschnittenes Konzept. Die Bausteine können Sie beliebig zusammensetzen. Das Instrumentarium soll Sie dabei unterstützen, die Integration von ICT und Medien als einen Prozess der Schulentwicklung zu betrachten und nicht als isoliertes Projekt.
Ein grosses Dankeschön geht an alle Personen und Institutionen, die hier ihre Unterlagen zur Verfügung stellen und die sich Zeit genommen haben den Text zu redigieren. Die Arbeitsgruppe hofft, dass das Produkt laufend weiterentwickelt und verfeinert wird.
Teresa Zulli, Leitung ictgymnet Schweiz
Marie-Thérèse Rey, Leitung ictgymnet Romandie
Hanspeter Erni, PHZ Luzern
Ist-Zustand ICT- und Medienkonzept
Ermitteln Sie mit Hilfe dieser Leitfragen und Checklisten zunächst die Ausgangslage. Legen Sie Handlungsfelder fest. Es ist illusorisch zu glauben, alle Bausteine gleichzeitig bearbeiten zu können. Die Erfahrung der Kantonsschule Beromünster zeigt, dass mit einem Zeitraum von gut zwei Jahren gerechnet werden muss, um ein umfassendes ICT- und Medienkonzept zu erstellen und umzusetzen.
1. Arbeitsgruppe zur Entwicklung eines schulinternen ICT- und Medienkonzeptes bilden
- Wie werden die Lehrpersonen ausgesucht?
- Wie und in welchen Abständen wird das Kollegium informiert?
- Inwiefern werden die Lernenden integriert?
- Wie und in welchen Abständen werden die Lernenden informiert?
- Welche Rolle nimmt die Schulleitung ein?
- Inwiefern werden Techniker integriert?
2. Entstehungs- und Entscheidungsprozess definieren
- Wer formuliert den Auftrag für ein schulinternes ICT- und Medienkonzept?
- Welchen Ansprüchen soll das Konzept genügen?
- Wer ist in der Entscheidungsfindung involviert?
- Wer entscheidet über das Vorgehen?
- Wer bestimmt, wo begonnen werden soll und wie rasch der Prozess voranschreiten soll?
Tipp:
- Die Schulleitung muss das Vorhaben unterstützen.
- Der Einbezug von möglichst vielen Fächern ermöglicht von Anfang ein eine breitere Akzeptanz.
- Von Anfang an möglichst Transparenz schaffen und die Lehrpersonen regelmässig über den Stand der Dinge und das weitere Vorgehen informieren.
- Personen, die über Investitionen in Hard- und Software entscheiden, von Anfang an mit einbeziehen.
3. Ziele formulieren
- Was verstehen wir in der Arbeitsgruppe unter einem ICT- und Medienkonzept?
- Welche Fähigkeiten und Fertigkeiten, Kenntnisse und Methoden sollen Lernende im Lauf der Schullaufbahn erlernen?
- Welche Medien schliessen wir in das Konzept ein?
- Welche Ziele wollen wir erreichen?
4. Bestand aufnehmen
Organisation
- Gibt es Überschneidungen zu anderen Arbeitsgruppen? Wer regelt die Abgrenzung?
- Wie ist der pädagogische Support geregelt?
- Wie ist der technische Support geregelt?
- Wer betreut die Hardware?
- Wer betreut die Software?
Kommunikation
- Wie wird intern kommuniziert (Schulleitung - Lehrpersonen - Lernende - Eltern)?
Wissensmanagement
- Wie wird sichergestellt, dass vorhandenes Wissen nicht verloren geht?
Fort-/Weiterbildung
- Welche Fachausbildungen zu ICT und Medien wurden absolviert?
- Welche schulinternen Weiterbildungen zum Thema ICT und Medien wurden bereits gemacht?
Einleitung
Die persönlichen Einstellungen von Lernenden, Eltern/Erziehungsberechtigten, Lehrpersonen, der Schulleitung, von Schulbehörden, Bildungsdirektion etc. (Haltung, Grundeinstellung, Werte) gegenüber ICT-Anwendungen in der Schule sind handlungsleitend und bestimmen massgeblich über die Intensität und Art der Integration von ICT und Medien in den Unterricht.
Veränderungsprozesse in Richtung Medienkultur können nur stattfinden, wenn sämtliche Akteure im Schulumfeld ihren Beitrag leisten, die gesetzten Ziele zu erreichen.
Ziele des Bausteins Medienkultur
Der Baustein Medienkultur initiiert Veränderungsprozesse, die es erlauben, sich in einer Mediengesellschaft zurechtzufinden (Mündigkeit, Selbstbestimmung, Partizipation).
Umsetzung
Die Sammlung zielt nicht auf Vollständigkeit, sie soll beispielhaft zeigen, wie verschiedene Akteure Veränderungsprozesse einleiten können.
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Akteure |
Sammlung möglicher Massnahmen |
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Schulleitung |
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ICT-Verantwortliche (Technik und Pädagogik) |
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Schulteams |
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Lehrperson |
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Lernende |
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Eltern / Erziehungsberechtigte |
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Behörde, Bildungsverwaltung |
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Üperprüfung
Kulturveränderungen sind ein langwieriger Prozess. Veränderungen der Medienkultur werden im Zusammenhang mit der Gesamtevaluation des Medienkonzeptes einer Schule erhoben.
Einleitung
Wir unterscheiden zwischen ICT- und Medienkompetenzen der Lehrpersonen und der Lernenden.
Bei den Lehrpersonen geht es um Fähigkeiten und Fertigkeiten, die in folgende Bereiche gegliedert werden können:
- Persönliche Nutzung der ICT und Medien
- Unterrichtsvorbereitung und Arbeiten in schulinternen Arbeitsgruppen
- Nutzung im Unterricht: Präsentieren
- Einsatz von ICT und Medien mit der Klasse
Bei den Lernenden unterscheiden wir den übergreifenden Kompetenzbereich Kommunikation und Zusammenarbeit und die drei Kompetenzbereiche :
- Wissen und Können
- Anwenden und Gestalten
- Reflektieren und Handeln
Ziele des Bausteins Kompetenzen
Die Kompetenzen regeln die zu erreichenden Ausbildungsziele sowohl für Lehrpersonen als auch für Lernende. Sie definieren den zu erreichenden Standard.
Umsetzung
Wir sehen zwei verschiedene Varianten:
Variante A:
Bestehende Kompetenzraster werden übernommen, auf die Schulgegebenheiten angepasst und entsprechende Angebote entwickelt.
Kompetenzen der Lernende:
Es wird dazu eine interne Arbeitsgruppe mit Vertretungen aus jedem Lernbereich (Fachschaften) gebildet. Vorlage und Beispiele finden Sie auf der Webseite http://wiki.phz.ch/index.php/Mediengym (siehe auch Baustein Lehrplanergänzungen)
Kompetenzen der Lehrpersonen:
Es wird eine Arbeitsgruppe bestehend aus einem Vertreter der Schulleitung, einem Fachexperten aus dem Bereich ICT und Medien und einem Vertreter der Lehrpersonen gebildet. Legen Sie nun anhand der vorhandenen Kompetenzen ihrer Lehrpersonen und den festgelegten Zielen den Weiterbildungsbedarf fest (siehe Baustein Weiterbildung).
Beispiele für bestehende Kompetenzraster:
- Kompetenzprofil von Elsener/Scheuble (siehe Anhang)
- Lehrplanergänzungen Luzerner Mittelschulen: http://wiki.phz.ch/index.php/Mediengym
- IKT-Kompetenzen Kantonsschule Romanshorn
- Broschüre Test your ICT-Knowledge der Uni Zürich: http://www.ibe.uzh.ch/entwicklung/entwicklungalt/ict/modell.html
Variante B
Ein eigenes Kompetenzraster wird von Grund auf neu entwickelt.
Kompetenzen der Lernende:
Es wird eine interne Arbeitsgruppe bestehend aus mindestens einem Fachexperten aus dem Bereich ICT und Medien gebildet. Diese erarbeiten die Grundlagen und einen ersten Vorschlag für die Diskussion der Kompetenzen. Die Fachschaften diskutieren diesen Vorschlag und geben eine Rückmeldung an die Arbeitsgruppe. Diese erstellt die Endversion, welche an einer allgemeinen Konferenz abgesegnet wird.
Kompetenzen der Lehrpersonen:
Es wird eine interne Arbeitsgruppe wie bei den Lernenden gebildet und eine Umfrage (siehe Zusatzmaterial zum Baustein Kompetenzen) bei den Lehrpersonen durchgeführt.
Überprüfung
Der Kompetenzerwerb wird nach einem ersten Gesamtdurchlauf (Langzeitgymnasium 6 Jahre, Kurzzeitgymnasium: 4 Jahre) evaluiert.
- Eigene Befragung der Maturanden ein Jahr nach Studienbeginn
- Befragung der Fachlehrpersonen
- Befragung der Lernenden nach Abschluss der obligatorischen Schulzeit
Zudem ist es sinnvoll regelmässig zu überprüfen, ob die zu erreichenden Kompetenzen zeitgemäss sind.
Einleitung
Für das ICT- und Medienkonzept ist die Informations- und Kommunikationskultur einer Schule wesentlich. Die vielfältigen Kommunikationsmittel reichen vom Brief über das persönliche Fach im Lehrerzimmer, E-Mail, mündliche Kommunikation bis hin zur Webseite und der Lernplattform.
Die Kommunikationsform ist entscheidend für das Selbstverständnis und die Haltung gegenüber ICT und Medien (siehe Baustein Medienkultur).
Beispiel: Weshalb soll eine Lehrperson, der sämtliche Informationen in ausgedruckter Papierform nach Hause geschickt werden, elektronische Mittel im Unterricht anwenden?
Ziele des Bausteins Kommunikation
Der Baustein Kommunikation regelt die interne und externe Kommunikation aller Akteure im Schulumfeld.
Umsetzung
Definieren Sie im Kommunikationskonzept, wie zwischen den Akteuren kommuniziert wird.
Mögliches Beziehungsnetz:
- Informationswege (Top-Down, Bottom-up, gleiche Ebene)
- Verantwortlichkeiten (Data-Owner, Hüten und Pflegen der Informationen)
- Art der Information (Mitteilung, Protokoll, Bericht ...)
- Mittel: Brief, Mail, Infoblatt, Aushang, Zeitungsartikel, Intranet, Extranet, Kommunikationsplattform, Gespräch …
- Form: (Klein-, Grossschreibung, schweizerdeutsch, hochdeutsch)
Überprüfung
Die Evaluation der Kommunikation ist Bestandteil des Kommunikationskonzeptes. Sie erfolgt regelmässig bei der Schulgesamtevaluation. Informationsprozesse an sich werden sofort überprüft, damit sie möglichst schnell optimiert werden können.
Einleitung
Im Bereich ICT- und Medienbildung braucht es eine klar strukturierte Aufteilung von Aufgaben, Kompetenzen und Verantwortlichkeiten. Ein gut funktionierendes ICT-/Medienteam unter Einbezug der Schulleitung wird dem gerecht.
Ziele des Bausteins Organisation
Der Baustein Organisation zeigt die Gesamtsicht und definiert die Aufgaben, Kompetenzen und Verantwortlichkeiten im Bereich ICT- und Medienbildung.
Umsetzung
Wir schlagen folgende Organisationsstruktur vor:
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Funktion |
Hauptaufgabe |
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ICT-Gesamtverantwortlicher (ICT-Koordinator) |
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ICT-Team |
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Webmaster |
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Betreuer Lernplattform |
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Arbeitsgruppen |
|
Erstellen Sie für jede Funktion einen entsprechenden Auftrag mit Pflichtenheft. Darin werden auch die zur Verfügung stehenden Ressourcen und Verantwortlichkeiten definiert.
Überprüfung
Die Schulleitung überprüft im Rahmen eines Gesprächs den Auftrag und dessen Erfüllung.
Einleitung
Die Lehrplanergänzungen sind die inhaltlichen Leitlinien der Medienbildung an einer Schule. Die zunehmende Vernetzung der Welt und der verbreitete Einzug von Informations- und Kommunikationstechnologien in unseren Alltag verlangen neue kulturelle Fertigkeiten. Lehrende und Lernende entwickeln ihre Medienkompetenz ständig weiter.
Gemäss dem Luzerner Modell für Gymnasien unterscheiden wir drei spezifische sowie einen übergreifenden Kompetenzbereich.
1. Wissen und Können
2. Anwenden und Gestalten
3. Reflektieren und Handeln
Der übergreifende Kompetenzbereich Kommunikation und Zusammenarbeit integriert die drei genannten Bereiche. Wissen, Anwenden und Reflexion gipfeln im kompetenten Einsatz der Informations- und Kommunikationstechnologien, u.a. zur Unterstützung der eigenen Arbeitsprozesse, zur persönlichen Weiterbildung und zur Umsetzung von Projekten. Die formulierten Treffpunkte (per 9. und 12. Schuljahr) ermöglichen den Schulen eine grösstmögliche Flexibilität.
Ziele des Bausteins Lehrplanergänzungen
Der Baustein Lehrplanergänzungen regelt die Zuständigkeiten der einzelnen Fächer für bestimmte Aspekte und erklärt die überfachlichen Kompetenzen im Bereich ICT und Medien für verbindlich.
Umsetzung
Wir sehen zwei verschiedene Varianten.
Variante A
Sie übernehmen die Lehrplanergänzungen der Luzerner Mittelschulen und passen diese auf Ihre Schulgegebenheiten an. Sie bilden dazu eine interne Arbeitsgruppe mit Vertretungen aus jedem Lernbereich (Fachschaften). Vorlage und Beispiele finden Sie auf der Webseite http://wiki.phz.ch/index.php/Mediengym.
Variante B
Sie bilden eine interne Arbeitsgruppe bestehend aus mindestens einem Fachexperten aus dem Bereich ICT und Medien. Diese erarbeitet die Grundlagen und einen ersten Vorschlag für die Diskussion der Lehrplanergänzungen. Die Fachschaften diskutieren diesen Vorschlag und geben eine Rückmeldung an die Arbeitsgruppe. Diese erstellt die Endversion, welche an einer allgemeinen Konferenz abgesegnet wird.
Formulieren Sie in Ihrer Schule allgemeine Lernziele in Form von Treffpunkten bis Ende des 9. und bis Ende des 12. Schuljahres. Verwenden Sie dazu das folgende Raster:

Als Gefässe dienen dabei nicht nur die einzelnen ordentlichen Fächer, sondern auch:
- Projekttage, -wochen
- Spezialfächer an der Schule
- Zusatzangebote
- etc.
Definieren Sie zudem ein Standard mit den entsprechenden Kriterien und Indikatoren.
Beispiel:
Standard: Die Lernziele im Bereich der Medienbildung werden bis zum Ende der Schulzeit zu 80% erreicht.
Kriterien: Eine einfache Powerpointpräsentation erstellen können.
Indikatoren: Sinnvolle Nutzung des Folienmasters, des Animationsschemas, Einfügen von Bildern...
Überprüfung
Die Lehrplanergänzungen werden nach einem ersten Gesamtdurchlauf (Langzeitgymnasium: 6 Jahre, Kurzzeitgymnasium: 4 Jahre) evaluiert.
- Eigene Befragung der Maturanden ein Jahr nach Studienbeginn
- Befragung der Fachlehrpersonen
- Befragung der Lernenden nach Abschluss der obligatorischen Schulzeit (gilt vor allem für das Langzeitgymnasium)
Einleitung
Dem Management des Wissens in unserer Wissensgesellschaft kommt eine immer grössere Bedeutung zu.
Jeder Mitarbeiter, jede Mitarbeiterin ist Wissensträger/-in. Gerade bei Lehrpersonen als «Einzelkämpfende» ist es oft schwierig, dieses Wissen nachhaltig zu sichern und zu verknüpfen. Die Schule ermöglicht dabei unterschiedliches Lernen: Individuelles Lernen, Lernen durch Zusammenarbeit, Lernen durch Kommunikation, Lernen durch den Aufbau von elektronischen Ablagen. An den Schulen erweisen sich Kleingruppen als ideal. Erni/Meier bezeichnen diese Gruppen als Learning-Communities oder Lerngemeinschaften. In diesen Gruppen findet ein kooperativer Lernprozess statt. Dadurch entsteht aus individuellem Wissen gemeinsames Wissen und somit eine Vermehrung des Wissens. Nebst einem geeigneten Werkzeug (Plattform) steht der Face-to-Face – Kontakt im Vordergrund.
Gemäss Erni/Meier dienen die Kernprozesse des Wissensmanagement (nach G. Probst) der Leistungserbringung, stiften wahrnehmbaren Nutzen, haben eine strategische Bedeutung und beruhen auf den Kernkompetenzen der Schule (siehe Zusatzmaterial zu diesem Baustein).
Ziele des Bausteins Wissensmanagement
Der Baustein Wissensmanagement sichert langfristig das erarbeitete Knowhow von Wissensträgern einer Schule.
Umsetzung
Bei der Einführung von Wissensmanagement an Schulen bilden Plattformen (Einrichtung von Lerngemeinschaften) ein wichtiges Werkzeug für die Schulleitungen. Der Erfolg von Wissensmanagement hängt von den Dimensionen Technik – Organisation – Mensch (TOM-Modell, siehe Zusatzmaterial) ab.
In den Schulumgebungen unterscheiden wir grundsätzlich zwei Arten von Plattformen.
- Plattform Unterricht
Lehrperson - Lernende - Plattform Schulverwaltung
Schulleitung – Schulverwaltung – Schulbehörden – Lehrpersonen
Datenschutz und Datensicherheit verlangen immer noch eine Trennung von Schul- und Verwaltungsnetz. Ein Verwaltungsportal ist webbasiert aufgebaut und bietet den Nutzerinnen und Nutzern einen ortsunabhängigen Zugriff. Der Zugriff erfolgt über eine verschlüsselte Verbindung. Alle Benutzenden verfügen zudem über einen persönlichen Arbeitsbereich.
Der Aufbau einer Plattform, egal ob für den Unterricht oder für die Verwaltung, ist ein komplexer Vorgang. Diese Aufgabe muss ein Projektteam wahrnehmen:
- Schritt: Bedürfnisanalyse
- Wie arbeiten wir zusammen?
- Welche Anforderungen hat unsere Schule?
- Welche Informationen müssen wie, wann, für wen zur Verfügung stehen (Kommunikationsanalyse)?
- Schritt: Auswahl der Plattform
- Schritt: Aufbau der Plattform
- Schritt: Einführung und Schulung
Der letzte Schritt verlangt ein gutes Schulungskonzept. Erni/Meier empfehlen folgende Schulungsphasen:
- Phase: Schulleitungen und Key-Players
- Phase: Schulverwaltungen
- Phase: Alle Mitarbeitenden
- Phase: Spezialaufgaben (Fachvorstände + Verantwortliche von Arbeitsgruppen, Learning-Communities)
- Nutzungsphase: Nach Abschluss der Einführung geht die Plattform in eine produktive Phase über. Es werden Arbeitsgruppen gebildet (Learning-Communities). Der jeweilige Gruppenverantwortliche übernimmt die Betreuung des Arbeitsbereiches auf der Plattform. Der Support erfolgt durch einen Key-Player.
Es ist wichtig, dass die Schulleitungen und die Key-Players einen Wissensvorsprung haben. Einerseits wird damit die Vorbildfunktion gewährleistet, andererseits können auch Anpassungen in Bezug auf die Umsetzung der Plattform vorgenommen werden.
Überprüfung
Der Mehrwert von Lehr- und Lernplattformen wird nach einem ersten Gesamtdurchlauf (Langzeitgymnasium: 6 Jahre, Kurzzeitgymnasium: 4 Jahre) evaluiert.
- Eigene Befragung der Maturanden ein Jahr nach Studienbeginn
- Befragung der Lernenden nach Abschluss der obligatorischen Schulzeit (gilt vor allem für das Langzeitgymnasium)
- Befragung der Fachlehrpersonen
- Befragung der Schuladministration
- Befragung der Schulbehörde
- Befragung Externe
Zusatzmaterial zum Modul Wissensmanagement
Einleitung
ICT- und Medienbildung hat erst im Verlaufe der 90-er Jahre Einzug in die Lehrerbildung genommen. Somit verfügen nicht alle Lehrpersonen über eine eigentliche ICT- und Medienbildung. Zum einen bedeutet dies, dass das relevante Wissen und Können aufgrund von natürlichen Personalfluktuationen zunehmen wird, zum anderen aber auch, dass Weiterbildungsmassnahmen in diesem Bereich geplant werden müssen.
Jede Schule braucht spezialisierte Fachpersonen im Bereich von ICT und Medien. Diese Lehrpersonen verfügen über zusätzliches Wissen im Bereich der pädagogischen und didaktischen Umsetzung von ICT im Unterricht und in der Beratung und Betreuung. Sie übernehmen Aufgaben rund um das Thema Informations- und Kommunikationstechnologien an der Schule. Schwergewicht einer solchen Ausbildung sind die Bereiche Medienpädagogik, -didaktik, eLearning und Unterrichtsgestaltung mit Neuen Medien. Auch für spezialisierte Fachpersonen müssen regelmässig Weiterbildungsmassnahmen geplant werden.
Ziele des Bausteins Aus- und Weiterbildung
Der Baustein Weiterbildung regelt die zu treffenden Massnahmen für die Erreichung der Kompetenzen im Bereich ICT und Medien (siehe Baustein Kompetenzen). Die Weiterbildung sichert nachhaltig das allgemeine Grundwissen und spezielle Fachwissen an der Schule. Jede Lehrperson verfügt über Wissen und Können, um ICT und Medien in der Klasse einzusetzen.
Umsetzung
Wir sehen verschiedene Umsetzungsmöglichkeiten:
- Die ICT-Verantwortlichen führen eine Umfrage (siehe Baustein Kompetenzen) durch und planen in regelmässigen Abständen schulinterne Weiterbildungen.
- Die Lehrpersonen besuchen fachspezifische Weiterbildungsveranstaltungen, die die Integration von ICT und Medien beinhalten. Weiterbildungsveranstaltungen der wbz cps, der Pädagogischen Hochschulen Bern, Zentralschweiz und Zürich sowie weiterer Anbieter werden über www.webpalette.ch publiziert. Andere Angebote finden Sie auf der jeweiligen Homepage der anderen pädagogischen Hochschulen, der Universitäten und der ETH. Daneben gibt es auch private Anbieter wie z.B. klick-informatik, ICT-Moderator/-in.
- Die Fachschaften laden erfahrene Lehrpersonen, die ICT und Medien erfolgreich im Unterricht einsetzen, ein und bilden sich so weiter.
Beachten Sie, dass viele Schulen vor der gleichen Herausforderung stehen. Schliessen Sie sich mit einigen Schulen in Ihrer Umgebung zusammen und planen Sie gemeinsame schulinterne Weiterbildungen. Die Leitung von ictgymnet hilft Ihnen gerne weiter bei der Planung von massgeschneiderten Weiterbildungen und unterstützt Sie bei der Suche von erfahrenen Lehrpersonen. Informieren Sie sich über die Homepage: www.ictgymnet.ch
Wir unterscheiden:
Allgemeine Ausbildung (Standardkompetenzen)
Die allgemeine Ausbildung im Bereich ICT und Medien geschieht in erster Linie in Form von schulinternen Kursen und / oder in kantonalen bzw. regionalen Kursen.
Die Kurse werden mit Vorteil wie folgt stufenweise nach folgenden Anforderungsschritten aufgebaut:
- Persönliche Nutzung der ICT und Medien
- Unterrichtsvorbereitung und Arbeiten in schulinternen Arbeitsgruppen
- Nutzung im Unterricht: Präsentieren
- Einsatz von ICT und Medien mit der Klasse
Fachausbildung
Folgende Institutionen bieten aktuell Ausbildungen an:
wbz cps in Zusammenarbeit mit PHZH, FHNW, PHSH:
Zertifikatslehrgang Pädagogischer ICT-Support (PICTS)
www.webpalette.ch, www.picts.ch
PH Bern:
Zertifikatslehrgang ICT-Kultur in der Schule
http://campus.phbern.ch/weiterbildung/ict-kultur-in-der-schule/
PHZ Luzern:
Studiengang Certificate of Advanced Studies in Informations- und Kommunikationstechnologien in Schulen und Master of Advanced Studies in Educational Technology
http://www.wbza.luzern.phz.ch
ICT-/Medienmentorat
Analog zum bestehenden Angebot für Junglehrpersonen bietet die Schule ein Mentorat zu ICT- und Medienbildung an. Als Mentoren können Lehrpersonen mit Erfahrungen im Einsatz von ICT und Medien im Unterricht eingesetzt werden. Das Mentorat eignet sich vor allem für Lehrpersonen, die sich schwer tun und die wenig Vertrauen in die technischen und pädagogischen Möglichkeiten der neuen Medien haben.
Überprüfung
Die ausgebildeten und erreichten Kompetenzen werden nach einem ersten Gesamtdurchlauf
(Langzeitgymnasium: 6 Jahre, Kurzzeitgymnasium: 4 Jahre) evaluiert.
- Eigene Befragung der Maturanden ein Jahr nach Studienbeginn
- Befragung der Fachlehrpersonen
- Befragung Teilnehmende ICT-/Medienmentorat
- Befragung der Fachexperten ICT und Medien
- Befragung der Lernenden nach Abschluss der obligatorischen Schulzeit
Einleitung
Der pädagogische Support ist ein wesentlicher Bestandteil des ICT- und Medienkonzeptes. Der pädagogische Supporter kümmert sich vor allem um den Bereich «Einsatz von ICT und Medien mit der Klasse». Er fördert und unterstützt das Kollegium beim sinnvollen Einsatz von ICT und Medien im Unterricht und der damit verbundenen Umsetzung der Lehrplanergänzungen (siehe Baustein Lehrplanergänzungen). Zudem initiiert er Projekte und ist zuständig für spezielle Unterrichtsgefässe (siehe Baustein spezielle Unterrichtsgefässe).
Mit einem pädagogischen Support werden die Lehrpersonen auch in Medienkompetenz unterstützt. Gemäss dem Baustein Kompetenzen geht es bei den Lehrpersonen um folgende Bereiche:
- Persönliche Nutzung der ICT und Medien
- Unterrichtsvorbereitung und Arbeiten in schulinternen Arbeitsgruppen
- Nutzung im Unterricht: Präsentieren
- Einsatz von ICT und Medien mit der Klasse
Ziele des Bausteins pädagogischer Support
Der pädagogische Support stellt die Umsetzung der Lehrplanergänzungen und den sinnvollen Einsatz der Kompetenzen der Lernenden und Lehrenden im Bereich ICT und Medien sicher.
Umsetzung
Wir empfehlen folgende Organisationsstruktur:

Der pädagogische Support ist eine zentrale schulinterne Aufgabe, die zwingend von einer Lehrperson mit Fachwissen ausgeübt werden soll (Zusatzausbildung im Bereich ICT und Medien).Definieren Sie in Form von Leistungsvereinbarungen die Aufgaben, Verantwortungen und Kompetenzen. Diesem Baustein beigelegt (siehe Zusatzmaterial) ist ein mögliches Pflichtenheft eines ICT-Koordinators und eines pädagogischen Supporters sowie ein Beispiel eines Journals für die Zeiterfassung.
Der pädagogische Support ist Bestandteil des Unterrichtspensums und wird in Form von Pensenanteilen entschädigt. Die Kosten werden wie folgt geschätzt: Pro 12 Schulklassen 1 Unterrichtslektion (ca. 60 bis 70 Arbeitsstunden), ab 12 Schulklassen eine weitere Unterrichtslektion.
Überprüfung
Der pädagogische Support sollte regelmässig (z.B. jährlich) überprüft werden, damit die Leistungsvereinbarungen angepasst werden können. Die Zufriedenheit der Benutzenden, die Qualität des ICT- bzw. mediengestützten Unterrichts und eine Kosten/Nutzen-Analyse geben Rückschlüsse auf die zu treffenden Massnahmen.
Zusatzmaterial zum Baustein Pädagogischer Support
Einleitung
ICT und Medienbildung ist kein eigener Fachbereich. Zur Förderung der Integration in die Fächer ist es sinnvoll, sowohl Grundkompetenzen als auch eigentliche Fachkompetenzen gezielt mit speziellen Unterrichtsgefässen (zum Beispiel: Projekttage, -wochen) zu fördern.
Ziele des Bausteins spezielle Unterrichtsgefässe
Die speziellen Unterrichtsgefässe fördern die ICT- und Medienkompetenzen von Lehrenden und Lernenden.
Umsetzung
Damit Lehrpersonen optimal profitieren können, empfehlen wir Teamteaching zusammen mit einem ICT-/Medienspezialisten. Die Lehrpersonen erleben so anhand eines Unterrichtsbeispiels konkrete Einsatzmöglichkeiten von ICT und Medien. Sie verbessern dabei ihre eigenen Kompetenzen. Dank der Unterstützung eines Fachspezialisten gewinnen sie Sicherheit und erhalten gleichzeitig eine nachhaltige Weiterbildung. Beispiele:
- Medientage, -woche (Audio, Video, Bild, Text)
- Projekttage, -woche: ein Thema, zum Beispiel «ZEIT», mit verschiedenen Medien aufgreifen und erarbeiten.
Gibt es keine Möglichkeiten, zusätzliche Medientage oder -wochen durchzuführen, besteht die Möglichkeit, in bestehenden Projekttagen und -wochen vor allem das Teamteaching mit einem ICT-/Medienspezialisten zu fördern oder den geplanten Anlass mit der Ergänzung eines oder mehrerer Lernziele aus dem ICT-/Medienlehrplan (siehe Baustein Lehrplanergänzungen) zu bereichern. Beispiele:
- Skilager (Selbstportrait einer Gruppe mittels Video)
- Gesundheitswoche (Audio-Werbespot)
Überprüfung
Inhalte und Lernziele werden unmittelbar nach der Durchführung sowohl bei den Lernenden als auch bei den beteiligten Lehrpersonen evaluiert.
Die Nachhaltigkeit der erarbeiteten Kompetenz wird nach einem ersten Gesamtdurchlauf (Langzeitgymnasium: 6 Jahre, Kurzzeitgymnasium: 4 Jahre) evaluiert.
- Eigene Befragung der Maturanden ein Jahr nach Studienbeginn
- Befragung der beteiligten Fachlehrpersonen
- Befragung der Lernenden nach Abschluss der obligatorischen Schulzeit
Auch die Eignung und Gestaltung der speziellen Unterrichtsgefässe sollte regelmässig überprüft werden.
Einleitung
Der Support im Bereich ICT/Medien ist ein wesentlicher Bestandteil des ICT- und Medienkonzepts. Gut funktionierende Technik ermöglicht einen reibungslosen Arbeitsalltag und motiviert zu Unterrichtsprojekten. Im ICT-Umfeld zeigt sich, dass trotz bester Vorbereitung immer wieder unvorhergesehene Schwierigkeiten auftreten können. Hier ist es wichtig, dass entsprechende Hilfe schnell und unkompliziert erfolgen kann. Es gilt zwei Ebenen zu berücksichtigen:
- Ebene Unterricht: Störungen und Probleme in Unterrichtsgefässen
- Ebene Schule: Störungen und Probleme ausserhalb des Unterrichts
Ziele des Bausteins Technischer Support
Der technische Support regelt die Verfügbarkeit der ICT-Infrastruktur (Hard-/Software, webbasierte Kommunikationssysteme) sowie deren Zugriff.Er stellt einen bezüglich ICT und Medien störungsfreien Unterricht und Schulbetrieb sicher.
Er sorgt für eine lückenlose Kommunikation aller Akteure einer Schule.
Umsetzung
Wir sehen drei verschiedene Möglichkeiten:
- Interner Support
- Externer Support
- Kombination: 1st-Level Support intern, 2nd-Level Support extern
Die Schule klärt ab, welcher Support für sie zweckmässig ist und auf welchem Knowhow sie aufbauen kann.
Beispiel:
Externer Support
|
Vorteile |
Aktuelles Fachknowhow, standardisiertes Wissen, hohe Verfügbarkeit während Bürozeiten |
|
Nachteile |
Reaktionszeit bei Störungen während des Unterrichts |
|
Kosten |
Kostensatz zwischen 140.- bis 250.- / Stunde |
Interner Support
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Vorteile |
Schulnahe Personen, direkt vor Ort der Schulleitung unterstellt |
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Nachteile |
Lehrpersonen: Nicht immer verfügbar, hohe Kosten, Fachwissen konzentriert auf eine Person |
|
Kosten |
Lehrpersonen: Pensenanteil |
Der Betreuungsaufwand hängt gemäss dem Pflichtenheft der Fachhochschule und der Pädagogischen Hochschule Nordwestschweiz von zahlreichen Faktoren ab:
- Ausrüstungsstand der Schule: Anzahl Computer und externer Geräte (Drucker, Speichermedien, Scanner, Beamer, Kameras), Systemwahl (Mac oder Win), Einzelgeräte und/oder Server mit Netzwerk, Standort (Klassenzimmer, Computerraum)
- Ausbildungsstand der IT-Verantwortlichen und der Lehrpersonen
Im Anschluss an diesen Baustein (siehe Zusatzmaterial) ist ein Beispiel für ein Pflichtenheft abgebildet. Jede Schule sollte über einen IT-Verantwortlichen verfügen, welcher den technischen und den pädagogischen Support führt. Dazu müssen genügend Ressourcen zur Verfügung stehen (Entlastungsstunden im Rahmen des Pensums oder finanzielle Entschädigungen).
In verschiedenen Kantonen regelt eine Verordnung die Beschaffung, den Betrieb sowie die Kontrolle der IT.
Empfehlung
Viele Schulen stehen vor den gleichen Entscheidungen. Überlegen Sie sich, ob und wie Sie Synergien nutzen können.Definieren Sie in Form von Leistungsvereinbarungen Reaktionszeiten und Verfügbarkeiten und die daraus entstehenden Kosten.Für die Berechnung des Gesamtaufwandes (pädagogische und technische Betreuung, externer Support) verweisen wir auf die Faustregel der ETH Zürich, die besagt: «Schulen benötigen pro Computer mindestens 1 Stellenprozent.»
Für spezielle Aufgaben (Netzwerk, Server, Grundinstallationen, Datensicherheit) empfehlen wir professionelle externe Spezialisten, welche schnellstmöglich zur Verfügung stehen.
Überprüfung
Der technische Support sollte regelmässig (z.B. jährlich) überprüft werden, damit die Leistungsvereinbarungen angepasst werden können. Die Zufriedenheit der Benutzenden, das Funktionieren der ICT-Infrastruktur und eine Kosten/Nutzen-Analyse geben Rückschlüsse auf die zu treffenden Massnahmen.
Einleitung
Die neuen Medien verändern die Bedingungen der Nutzung von Computern in den Schulen. Insbesondere die Sozialen Netzwerke wie Facebook, Netlog und andere bieten Möglichkeiten, sich auszutauschen, Informationen schnell zu verbreiten und zusammenzuarbeiten. Dabei stehen nicht nur Texte, sondern auch stehende und bewegte Bilder im Mittelpunkt.
Die Informationsflut an den Schulen steigt. Die IT-Systeme müssen die notwendige Sicherheit bieten, die Verfügbarkeit, die Integrität und die Vertraulichkeit sicherstellen.
Für all dies braucht es rechtliche und ethische Vorschriften.
Ziele des Bausteins Sicherheit
Der Baustein Sicherheit sensibilisiert und definiert Massnahmen, um eine eigene Kultur der verantwortlichen Nutzung von ICT und Medien entwickeln zu können.
Umsetzung
Die Sicherheit im ICT- und Medienbereich bedingt Handlungsbedarf auf verschiedenen Ebenen;
- Ebene Strategie
- Ebene Infrastruktur (technische Massnahmen)
- Ebene Aus- und Weiterbildung (alle Akteure einer Schulgemeinschaft, siehe Baustein Kommunikation)
- Ebene Kommunikation
Ebene Strategie
Auf strategischer Ebene gilt es, die Bedürfnisse im Hinblick auf den Umgang mit Neuen Medien (Computer, Handy, USB-Stick, … oder auch Plattformen wie Youtube, Facebook etc.) zu identifizieren und die Ziele für eine verantwortliche Nutzung von ICT und Medien zu definieren.
Dabei werden technische und organisatorische Massnahmen und ethische Grundsätze (Charta) festgehalten. Wir empfehlen zudem, das Thema Sicherheit im Lehrplan verbindlich zu verankern.
Definieren Sie Prozesse für mögliche Übergriffe (Verhaltenscheckliste).
Ebene Infrastruktur
Eine standardisierte Infrastruktur vereinfacht die Sicherheit. Dabei werden der Schutz der Infrastruktur, die Authentifizierung, die Berechtigung zum Zugang zu Ressourcen vordefiniert. Die Protokollierung der Handlungen ermöglicht eine Zurückverfolgung unerlaubter Handlungen.
Das in den Medien oder auch in der Bildungspolitik diskutierte Sperren einzelner Webseiten wie z.B. Youtube, Facebook sind rein technische Massnahmen. Wir empfehlen jedoch eine pädagogische Auseinandersetzung, zum Beispiel in einer Klassenstunde. Nur durch Veränderungen von ethischen Haltungen wird Nachhaltigkeit erreicht (siehe Ebene Strategie und Baustein Medienkultur).
Ebene Aus- und Weiterbildung
Alle Akteure (Lehrpersonen, Schüler/-innen, Eltern ...) müssen umfassend informiert und ausgebildet werden. Dazu gehören technische (z.B. Verschlüsselung, Passworte, Spam- und Virenschutz …) und pädagogische Inhalte (z.B. Plagiat, Cyberbulling, Netiquette, Charta etc.).
Eine zusätzliche Hilfestellung bieten kantonale Datenschutzbeauftragte sowie Fachspezialisten der Kriminalpolizei (z.B. http://www.verbrechenspraevention.ch, http://www.cybercrime.ch).
Ebene Kommunikation
Der Einsatz von ICT und Medien führt bei allen Akteuren zu Unsicherheiten und unterschiedlichen Reaktionen auf Vorfälle. Die Schulleitung muss darauf vorbereitet sein und entsprechend handeln können.
Mögliche Beispiele:
- Schreiben an die Erziehungsberechtigten mit Kopie der Charta und den Benimmregeln im Internet (Netiquette)
- Präventives Publizieren von Artikeln in Lokalzeitungen oder über die eigene Schulwebseite zu einem Thema (z.B. Handy an unserer Schule, Facebook an der Kantonsschule XYZ …).
- Erstellen eines Leitfadens für Recht und Ethik zum Umgang mit Neuen Medien
Weitere Hinweise zum Thema ICT und Ethik finden Sie auf educaguides.ch.
Überprüfung
Im Bereich der Sicherheit gibt es nichts Endgültiges. Der Baustein Sicherheit muss deshalb laufend überprüft, angepasst und neu beurteilt werden. Die Veränderungen in der Technologie sind im Gegensatz zu Veränderungen im Rechtssystem um ein Vielfaches schneller.
Einleitung
Ictgymnet (http://www.ictgymnet.ch/) vernetzt Mittelschullehrpersonen von Gymnasien, Fachmittelschulen, Handelsmittelschulen und Berufsmaturitätsschulen der gesamten Schweiz, die sich für die Förderung von ICT und Medien im Fachunterricht einsetzen.
Als Dienstleisterin stellt ictgymnet Weiterbildungs-, Beratungsangebote und Informationen für Schulleitungen, ICT-Verantwortliche und Lehrpersonen zusammen und nutzt unterschiedliche Kanäle, wie Homepage, Austauschplattform oder Newsletter, um diese Informationen zu verbreiten.
Ein ähnliches Netzwerk für Berufsschullehrpersonen ist im Aufbau. Informationen finden Sie auf: http://www.sabnet.ch
Ziele des Bausteins externe Unterstützung
Der Baustein externe Unterstützung ermöglicht Ihnen eine Aussensicht mit Fachberatung und verhilft Ihnen zu unterschiedlichen Fachexperten im Bereich ICT und Medien.
Umsetzung
Auf der Homepage http://www.ictgymnet.ch und auf der Plattform http://moodle.ictgymnet.ch finden Sie aktuelle Informationen zum Thema ICT und Medien im Bereich Mittelschulen.
Nehmen Sie Kontakt mit ictgymnet auf:
Schweizerische Weiterbildungszentrale WBZ CPS
Teresa Zulli
Haus der Kantone
Speichergasse 6, Postfach
CH-3000 Bern 7
Tel. Zentrale: ++41 (0)31 320 16 80
Mail:
Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.
Homepage: http://www.ictgymnet.ch
Austauschplattform: http://moodle.ictgymnet.ch
Überprüfung
Ictgymnet als Produkt der WBZ CPS unterliegt einem steten Evaluations- und Entwicklungsprozess gemäss Leistungsauftrag.


